LPFM in Neuseeland: Radio aus der Garage
LPFM - diese vier Buchstaben sorgen dafür, dass es in Neuseelands Äther deutlich bunter zugeht. Low-power Broadcasting - Rundfunk mit niedriger Sendeleistung - heißt das spannende Konzept. Anfang und Ende der Radioskala (aktuell 88.0-88.8/106.7-107.7) sind reserviert für radiobegeisterte Amateure und Gruppen.
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Dort kann grundsätzlich jeder senden. Vorausgesetzt er ist neuseeländischer Staatsbürger. Eine Lizenz im klassischen Sinne ist nicht von Nöten. Eine sogenannte "General User Radio Licence" steckt lediglich den groben Rahmen ab: Gesendet werden darf mit maximal 1 Watt, ein Anbieter darf innerhalb von 25km maximal 2 UKW-Antennen betreiben.
So wird verhindert das Findige - quasi durch die Hintertür - sich ein Netz von Kleinstsendern basteln und sich so zu einer vollwertigen Konkurrenz zu den kommerziellen Stationen entwickeln.Mit der geringen Sendeleistung lässt sich natürlich keine gesamte Stadt abdecken. Bei günstiger Positionierung des Senders, aber durchaus ein (Innen-)Stadtteil und damit auch eine stattliche Anzahl potentieller Hörer.
Das Ganze basiert ansonsten stark auf dem Prinzip Selbstkontrolle und Koordination untereinander. Kein Sender hat einen Anspruch auf "seine" Frequenz, auch wenn er in einem bestimmten Viertel seit Jahren sendet. Theoretisch kann jederzeit jemand anders die Frequenz "okkupieren" und es gibt nur noch Rauschen. Trotz allem scheint das Ganze passabel zu funktionieren. Durchaus erstaunlich, tummeln sich doch im Großraum Auckland (ca. 1.3 Millionen Menschen) momentan an die 100 Stationen und Amateure in den reservierten Bandbereichen. Allein auf der Frequenz 88,1 MHz sind es 18.
Die Sender müssen sich selbst finanzieren, dürfen aber auch Werbung ausstrahlen. Grundpfeiler sind jedoch viel ehrenamtliches Engagement, Mitgliedsbeiträge und Spenden.
Was ist überhaupt unter einer LPFM-Station zu verstehen? Die Bandbreite der Projekte ist groß. Es gibt etliche professionell daherkommende Sender oder DJ-Radios
- mit Jingles und Morningshow. Nicht ungewöhnlich ist aber auch der Enthusiast mit großer Plattensammlung und ausreichenden technischen Know-how, der einfach mal aus der heimischen Garage als 1-Mann-Projekt loslegt.
Fast alle musikalischen Nischen werden bedient - Dub, Soul, Reggae, Rock, elektronische Musik, Musik der 40er Jahre, Jazz....Verbreitet sind auch Stadtteil- oder Vorortradios (musikalisch entweder ein kunterbunter Mix oder ein Oldiesformat). Dazu kommen diverse Uni-, Schul- und Ausbildungsradios. Aber auch viele christliche Verkündigungs- und Missionssender US-amerikanischer Provenienz werden weiterverbreitet.
Ähnlich vielfältig wie ihr Auftreten, ist auch die Lebensdauer der Projekte. Die langlebigsten LPFMs wie Groove FM in Wellington können auf eine Dekade on air zurückblicken, manches Projekt versandet bereits nach wenigen Monaten wieder und verschwindet.
Mehr bei: www.radioheritage.net/
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Dort kann grundsätzlich jeder senden. Vorausgesetzt er ist neuseeländischer Staatsbürger. Eine Lizenz im klassischen Sinne ist nicht von Nöten. Eine sogenannte "General User Radio Licence" steckt lediglich den groben Rahmen ab: Gesendet werden darf mit maximal 1 Watt, ein Anbieter darf innerhalb von 25km maximal 2 UKW-Antennen betreiben.
So wird verhindert das Findige - quasi durch die Hintertür - sich ein Netz von Kleinstsendern basteln und sich so zu einer vollwertigen Konkurrenz zu den kommerziellen Stationen entwickeln.Mit der geringen Sendeleistung lässt sich natürlich keine gesamte Stadt abdecken. Bei günstiger Positionierung des Senders, aber durchaus ein (Innen-)Stadtteil und damit auch eine stattliche Anzahl potentieller Hörer.
Das Ganze basiert ansonsten stark auf dem Prinzip Selbstkontrolle und Koordination untereinander. Kein Sender hat einen Anspruch auf "seine" Frequenz, auch wenn er in einem bestimmten Viertel seit Jahren sendet. Theoretisch kann jederzeit jemand anders die Frequenz "okkupieren" und es gibt nur noch Rauschen. Trotz allem scheint das Ganze passabel zu funktionieren. Durchaus erstaunlich, tummeln sich doch im Großraum Auckland (ca. 1.3 Millionen Menschen) momentan an die 100 Stationen und Amateure in den reservierten Bandbereichen. Allein auf der Frequenz 88,1 MHz sind es 18.
Die Sender müssen sich selbst finanzieren, dürfen aber auch Werbung ausstrahlen. Grundpfeiler sind jedoch viel ehrenamtliches Engagement, Mitgliedsbeiträge und Spenden.
Was ist überhaupt unter einer LPFM-Station zu verstehen? Die Bandbreite der Projekte ist groß. Es gibt etliche professionell daherkommende Sender oder DJ-Radios
- mit Jingles und Morningshow. Nicht ungewöhnlich ist aber auch der Enthusiast mit großer Plattensammlung und ausreichenden technischen Know-how, der einfach mal aus der heimischen Garage als 1-Mann-Projekt loslegt.
Fast alle musikalischen Nischen werden bedient - Dub, Soul, Reggae, Rock, elektronische Musik, Musik der 40er Jahre, Jazz....Verbreitet sind auch Stadtteil- oder Vorortradios (musikalisch entweder ein kunterbunter Mix oder ein Oldiesformat). Dazu kommen diverse Uni-, Schul- und Ausbildungsradios. Aber auch viele christliche Verkündigungs- und Missionssender US-amerikanischer Provenienz werden weiterverbreitet.
Ähnlich vielfältig wie ihr Auftreten, ist auch die Lebensdauer der Projekte. Die langlebigsten LPFMs wie Groove FM in Wellington können auf eine Dekade on air zurückblicken, manches Projekt versandet bereits nach wenigen Monaten wieder und verschwindet.
Mehr bei: www.radioheritage.net/
Veröffentlicht von Tom Sprenger am 16.06.2010










